Donnerstag, 7. Februar 2013

Review: Masks (Andreas Marschall)


Das Geheimnis des Mateusz Gdula

Ein deutscher Giallo, der mich schon vorm Anschauen durch seine mysteriöse, verdammt interessante Story gefesselt hat. Jene handelt vom Schauspiel, von Leidenschaft, von dem, was hinter den Masken derjenigen steckt, die es wagen, in der Gdula-Privatschule die Ausbildung auf sich zu nehmen: Und es geht um die gefährliche Methode, deren tödliches Geheimnis während den 108 Minuten Laufzeit aufgeklärt wird. Stück für Stück.

Die Methode: Hochspannung im deutschen Film

Dabei kann man es eigentlich gar nicht fassen, dass hier ein deutscher Film vorliegt – auch wenn diese vielleicht gerade am Aufstreben sind, und wirklich ein paar großartige Streifen in den letzten Monaten erschienen sind, hätte ich nie erwartet, dass eine solche Filmperle von hier kommt. Obwohl man vor allem der Hauptdarstellerin Susen Ermich deren Herkunft anmerkt, so wirkt das Schauspiel nahezu grandios, ausgiebig werden hier Emotionen vermittelt, neben Ermich spielt vor allem Magdalena Ritter ihre Rolle bravourös und authentisch. Aber worum geht es eigentlich genau?

Stella, will Schauspielerin werden, allerdings scheitert sie an den vielen Aufnahmeprüfungen. Nach eben einer solchen wird sie jedoch von einem scheinbar wohlwollenden Herren angesprochen, der ihr die Mateusz Gdula-Privatschule empfiehlt. Kurzerhand macht sie sich auf, dort ihr Können zu beweisen – und wird auch prompt aufgenommen. Während den Proben lernt sie im Verlauf der Geschichte Cecile kennen, die ihr von der Methode berichtet. Als diese plötzlich nicht mehr zum Unterricht erscheint, macht sich Stella auf, das Geheimnis hinter der Methode zu entdecken – und wird im geschlossenen Flügel der Schule ein Teil davon.

Allein diese Geschichte empfand ich schon als so anziehend anders, dass ich diesen Film quasi verschlungen habe. Masks schafft es nämlich, den Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann zu ziehen, ihn die mysteriöse Geschichte um die Gdula-Methode unbedingt herausfinden zu wollen, und ihn mit fast schon verstörenden Szenen immer wieder zu schrecken. Dass dieser Film die FSK 18 besitzt, ist daher passend und angebracht, wird doch mit expliziten Nahaufnahmen nicht gerade gegeizt. Ebenfalls bemerkenswert ist der durchweg stimmige Soundtrack, der von der ersten Sekunde an dazu beiträgt, eine großartige Atmosphäre zu schaffen. Auch werden all diejenigen zufrieden sein, die einen nicht vorauszusehenden Twist gegen Ende der Geschichte erwarten: Ich für meinen Teil habe so etwas definitiv nicht kommen sehen.

Eine wahre Filmperle

Laut dem grandios gestalteten Filmcover konnte Masks einiges an Preisen einheimsen, und das mit recht: Das hier ist ganz großes, spannungsgeladenes (Heim)Kino. Über die komplette Laufzeit konnte ich wirklich nichts finden, was mich auch nur ansatzweise gestört hätte, außer vielleicht die etwas seltsame Auflösung gegen Ende des Films, die man erst mal schlucken und auch teils interpretieren muss. Vor allem Fans von Argento werden hier ihren Spaß haben, ist doch Masks als kleine Hommage an den Meister zu sehen. Alle anderen sollen sich herzlich dazu eingeladen fühlen, diesem skurrilen Oldschool-(Meister)Werk im 70er-Jahre-Stil ihre Beachtung zu schenken: Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

9/10

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