Sonntag, 21. April 2013

Die Jagd Review



Die Kraft des Kinos

Viele gute Filme laufen meistens unter dem Radar der Öffentlichkeit. Während in den Kinos oft nur Blockbuster und einheimische Filme zu Sehen sind, läuft so manche andere Perle in kleineren Filmhäusern. Da dieser Film schon im Trailer bei mir große Neugierde hervorrief, war ein Warten auf die DVD nicht möglich. So musste ich dann doch die Regel brechen keine Kinofilme zu reviewen um Filmfans auf dieses Schmuckstück aufmerksam zu machen. Das Glück war mir auf meiner Seite, den gemeinsam mit einer Leserin durfte ich diesen Streifen in einem kleiner Programm Kino schauen. Desweiteren handelt es sich bei diesem Streifen um ein weiteres Werk von Thomas Vinterberg. Dieser hat die Rolle des Regisseurs, des Drehbuchautors und des Producers übernommen und dank dem Dogma Streifen "Das Fest" einen sehr guten Ruf in der Filmwelt. Warum es sich bei diesem Film um einen der besten Vertreter des Jahres 2013 handelt, und dieser zeigt warum skandinavisches Kino erstklassig sein kann, lest ihr jetzt.

Story

Der 40- jährige Lucas (Mads Mikkelsen) hat eine Trennung mit seiner Frau hinter sich. Nachdem er auch noch seinen Job als Lehrer verliert bekommt er dank seiner Freunde eine Stelle als Kindergärtner in einer dänischen Kleinstadt. Dort scheint er seine Ruhe gefunden zu haben und auch seine Beziehung zu dem eigenen Sohn wird besser. Als jedoch der Verdacht kommt er hätte die kleine Tochter Klara (Annika Wedderkopp) seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larson) angefasst, sieht es sich bald einer Jagd des gesamten Dorfes gegenüber.

Kritik

Die Story des Films widmet sich einem sehr heiklem Thema des Kindesmissbrauches durch einen männlichen Erzieher. Jedoch nicht aus der Sicht des Opfers, sondern des Täters. Dessen Unschuld ist dem Zuschauer jedoch von Anfang an klar. Der Fokus des Streifens zeigt wie sich in dessen Umfeld alles verändert. Eine kleine Lüge löst in diesem Fall eine Lawine aus. Aus Freunden, die sich seit 20 Jahren kennen werden Feinde welche nicht vor körperlicher Gewalt zurückschrecken. Die Erwachsenen der Gesellschaft sind nicht fähig zu handeln sondern entwickeln sich zu einem gefährlichen Mob, welcher auch für Lucas Familie gefährlich wird. Bis zum Ende schafft es der Film sein Niveau aufrecht zu erhalten. So ist das Ende in seiner Art und Weise doch verdammt treffend und passend gewählt. Ich möchte nicht zu viel zu diesem Film schreiben. Den er umreißt gewichtige und schwer verdauliche Themen. Und dennoch schafft es der Streifen immer an bestimmten Punkten zu berühren und trägt mit ruhiger Bildsprache und Musik dazu bei knapp 2h gebannt vor dem Bildschirm zu sitzen. Szenen wie die Kirchenszene an Heiligabend bleiben noch lange im Gedächtnis.

Der Film scheint bei seinen ganzen positiven Punkten perfekt zu sein? Nein, nicht ganz. Es gäbe da tatsächlich kleinere Punkte die es zu bemängeln gilt. Zum einen fehlt mir persöhnlich Einblick in die Gerichtsverfahren. Man erfährt von diesen nur Versatzstücke, sieht aber nichts. Und zum anderen handeln die Menschen alle extrem. Da wäre die Figur der Kindergärtnerin Grethe zu nennen. Sie lässt keinen Dialog mit Lucas zu, handelt zwar schnell, was bei so einer Tat richtig wäre, schürrt aber zusätzlich Panik. Auch die Hinführung zum Ende hin ist sehr abrupt und schnell gegangen.

Fazit

Das sind jedoch nur Kleinigkeiten. Bei die Jagd handelt es sich um einen der besten Filme des Jahres. Das kann ich zumindest jetzt schon sagen. Spätestens bei DVD Release sollte jeder Leser und Filmfan zugreifen. Der Film hat ein ungwöhnliches schweres Thema, ein gutes Drehbuch, tolle Schauspieler/innen, guten Soundtrack, ein tolles Ende und Erinnerungswürdige Szenen. Das reicht ganz locker zu einer

9/10 (Kinowertung)

Bei DVD Ansicht kann man das gerne auf 10/10 korrigieren, da man bei mehrmaligen Sehen sicher stärker auf Details achten wird.

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