Dienstag, 2. April 2013
Review: 96 Hours/Taken
Review: 96 Hours (engl. Titel = Taken)
Wie an Feiertagen üblich will das Fernsehen einige tolle Filme präsentieren um zumindest in diesem Zeitraum größere Blockbuster und themenspezifische Streifen bieten. Doch wenn man genauer hinsieht merkt man erst wie generisch und absehbar das oftmals ist. Da gibt es zum einen die für einen Oscar nominierten Filme wie 127 Hours, die Blockbuster wie Harry Potter, die Glatze von Bruce Willis, Animationsfilme, den typischen Hollywood Actionfilm, Til Schweiger Huldigungen, Weltuntergangsszenarios und die Verfilmung der Bibel um etwas religiöses zu bieten. Im Prinzip fast eins zu eins auf andere Feiertage übertragbar. Doch am Karfreitag hat sich ein Film ins Programm geschlichen welcher doch als Geheimtipp zumindest für die Filmkunst aus Frankreich gilt. Die Rede ist von Taken, oder wie liebevoll umbenannt 96 Hours. Natürlich rümpft man bei dem Namen des Produzenten Luc Besson die Nase und fragt sich wie man noch von einem "Geheimtipp" sprechen kann. Dieser Streifen ragt dann doch aus der Masse seiner Filme der letzten Jahre heraus und stellt sich als einer der meiner Meinung nach besten Vertreter des Rache und Actiongenres heraus.
Story
Im Mittelpunkt steht der ehemalige Haupakteur Bryan Mills (Liam Neeson). Dieser willigt um bei seiner Tochter Kim (Maggie Grace) und seiner Exfrau Lenor (Famke Jannsen) Pluspunkte zu sammeln eine Reise mit ihrer Freundin zusammen nach Paris ein. Als diese jedoch entführt wird, tut er alles um seine Tochter aus den Klauen eines albanischen Mädchenhändlerrings zu befreien.
Kritik
Das ist das zusammendfassend dieses gesamte Storykorsett. Der Film macht schon relativ zu Anfang klar, dass er nichts anderes sein möchte als ein Unterhaltungswerk. Der weitere Verlauf der Geschichte dient nur noch zur Überleitung der nächsten Actionsequenz. Hierfür Liam Neeson zu verpflichten war ein absoluter Glücksgriff. Der Schauspieler schafft es den paranoiden, berufserfahrenen und zu allem entschlossenen Vater / Spezialagenten überzeugend auf die Leinwand zu übertragen. Vor allem aber alle über die gesamte Laufzeit großzügigen verstreuten Verfolgungsjagden, Kampfszenen und Schießereien meistert dieser Mann absolut hervorragend. Man möchte fast sagen sensationell für einen Schauspieler, welcher vorher eher als Charakterdarsteller bekannt wurde und somit komplett gegen das eigene Image agiert. Hätte man einen Akteur des B- Kinos oder einen Actionheld verpflichtet wurde diese Emotionalität und Dichte möglicherweise auf der Strecke bleiben. Auch wenn diese Rolle wie jede andere auch stark überzogen ist. Mills wirkt dabei teilweise wie das Böse, unfehlbare Ich von Jason Bourne. Im Gegensatz zu ihm sind die Rollen der Frauen sehr klischeehaft und einfach schlecht geschrieben. Maggie Grace spielt eine verzogene, unreife 17 Jährige Tochter die zu Anfang sehr nervt und es nicht schafft beim Zuschauer Sympathie aufzubauen. Bei der Ehefrau Lenor ist es ein ähnliches Bild. Sie auf die Rolle der nicht zu ertragenen Ex festgesetzt. Das ist bedauerlich. Mit besserem Figurendarstellungen und vor allem Dialogen hätte man durchaus den Zuschauer noch mehr mireißen können. Das hätte der kurzweiligen Länge des Filmes keinen Abruch getan. Um vor allem die männlichen Zuschauer etwas zu beruhigen hat man die Ex Popsängerin Holly Valance engagiert die als Popsternchen mit ihrem schönen Aussehen in den Bann zieht, aber ebenfalls nicht mehr als ein Abziehbild ist. Andere Figuren wie Kumpels aus den Special Forces und der aktuelle Mann der Exfrau haben keine besondere Rolle welche in Erinnerung bleibt.
Die Bösewichter und die Stadt Paris werden noch schablonenhafter dargestellt. Wenn der Film nicht aus den USA kommen kommen würde, wäre man als Kritiker durchaus geneigt das Adjektiv rassisstisch in den Mund zu nehmen. Bei einer französischen Produktion wirkt das doch etwas seltsam. Im Grunde genommen zeigt der Streifen zwei Aussagen besonders deutlich. Frankreich ist ein Paradies für Verbrechen und Korruption. Zweitens sind laut Drehbuch so ziemlich alle jungen wie alten Albaner Drogendealer, Mädchenhändler und Zuhälter.
Das zieht sich wie ein Leitfaden durch den ganzen Film und verleiht einen negativen Nachgeschmack.
Fazit
Der Streifen eine Actionperle des Jahres 2008 gewesen. Die kompromisslose und schnörkellose Art wünscht man sich doch in mehr Filmen. Wer auf Old School Filme steht und auf Spezialeffekte verzichten kann fühlt sich sofort wohl. Negativ ist die profillose und stereotype Darstellung der weiblichen Rollen sowie eine sehr rassisstische Darstellung albanischer Bürger zu nennen
Deswegen reicht das hier genrebedingt zu einer dennoch insgesamt starken
8/10
Anmerkung zur Deutschen Fassung: Zur großen Überraschung ist diese mit einer FSK 16 versehen uncut und relativ günstig ab 05 Euro zu erstehen. Das ist verwunderlich, da Filme aus dem B- Sektor mit dieser Thematik und ähnlichem Härtegrad oft mit einer FSK 18 oder härter geprüft werden.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen