Donnerstag, 14. Februar 2013
Valentinstagsspezial: Paris Je T'aime
Auch ein Marshal hat Gefühle
Heute ist er also. Der Feiertag eines jeden Rosenverkäufers und Hasstag eines jeden Singles, der Valentinstag. Grund genug, sich im Blog auch mal den romantischen Gefilden zuzuwenden. 90% der Liebesfilme sind meiner Meinung nach schrecklich. Klischeehaft, kitschig, schmalzig und einfach nur dazu da, um sich irgendwie gut zu fühlen. Trotzdem gibt es immer noch Kunstwerke. Ich möchte euch einen meiner Top 10 unter den romantischen Filmen präsentieren. Ich habe lange überlegt welcher das sein soll. Aber um euch Leser nicht mit langen Elegien und Lobeshymnen über den Romantiker unter den Regisseuren Wong Kar Wai (Ein Lieblingsregisseur) oder einzelnen Filmen wie My Sassy Girl (nur das Orginal aus Südkorea!) zu langweilen, schreibe ich dann doch über den schönen kurzweiligen Paris Je T'aime.
Kritik
Der Film ist eigentlich keiner. Es ist eher eine Ansammlung von Kurzfilmen, die jeweils einem der 18 Stadtteile von Paris gewidment sind und gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an die Stadt darstellt. Ein sehr interessantes Projekt und eine tolle Idee. So kriegen auch verschiedene Regisseure die Möglichkeit, sich auszutoben. Natürlich ist er von seiner Komplexität und seinem Witz kein Woody Allen, dennoch schaffen es die Regisseure, kleine Geschichten zum Leben zu erwecken. Als Beispiel nehme ich mir hier die Pantomimen-Episode heraus. Eine der etwas kurioseren Geschichten "Toure de Eifel" geht über die Liebe zweier Pantomimen. Einer verbringt den Morgen auf seine "spezielle Art und Weise". Und am Ende findet er im Gefängnis doch seine große Liebe. So absurd das klingt: Es hat Charme. Mit wenigen Worten schafft es diese Episode einen in seinen Bann zu ziehen.
Unter den Regisseuren finden sich mit Wes Craven und den Coen Brüdern auch welche, die man in der Form dort nicht erwartet hätte. Die Schauspieler sind gut gewählt und man freut sich auch einige bekannte Gesichter zu sehen. Und damit kommen wir leider auch zu den Schwächen dieses Werkes. 18 kleinere Episoden bedeuten nicht gleichbleibende Qualität. Dazu sind manche Episoden doch zu belanglos und könnten manchen doch langweilen da sie nichts neues zu erzählen haben.
Aber gerade wegen seiner Kürze ist dieser Film interessant. Kurze, unkomplizierte Abschnitte können schöner sein als viele Liebesfilme in Hollywood. Mir gefällt Paris Je T'aime sehr gut. Jeder der für den Valentinstag etwas kurzweiliges abseits des Mainstream sucht, ist hier bestens aufgehoben. Insgesamt vergebe ich trotz einiger schwächerer Episoden:
8/10
Weitere Tipps
Sollte der Film gut ankommen, so gibt es noch den Streifen New York I Love You. Auch dieser beinhaltet Kurzfilme. Diese sind aber nicht ganz so stark wie die in Paris Je Taime. Wer zum sogenannten "Mutter der romantischen Episodenfilme" weichen möchte schaut sich aus dem Jahr 2003 Tatsächlich Liebe an. Wenn man es noch etwas anderes probieren möchte und nicht traut gleich mit Chungking Express anfangen, so kann auch das US-Debüt My Blueberry Nights vom gleichen Regisseur geschaut werden.
Einen schönen Valentinstag an alle Leser!
Montag, 11. Februar 2013
Review: Die Vampirjäger (Dennis Law)
Die
Vampirfalle
Angelockt
von einem ziemlich schmucken Cover und der Aussicht auf ein paar
tolle Martial-Arts-Szenen griff ich für fünf Euro einfach mal blind
zu: Die Vampirjäger auf Bluray. Zugegeben, ich bin absolut kein Fan
von diesen neuerdings aus dem Boden sprießenden Blutsauger-Streifen
im Stile von Twilight, weshalb ich lediglich wegen der zu erwartenden
Action hier zugegriffen habe. Die war dann auch ganz ordentlich –
der Rest konnte allerdings so gar nicht überzeugen.
Blödes
Blutsaugerdasein
Ja,
über dieses blöde Vampirdasein wird sich öfter beschwert, aber
fangen wir von vorne an. Die Handlung dieses Films ist dünn, um nich
zu sagen, reichlich dürr: Die junge Vampirjägerin Ar sucht nach
ihrer Schwester. Sie treibt sich öfter mit ihren Vampirfreunden rum,
die sich nur „vegetarisch“ ernähren, also nur Schweineblut (oder
sonstiges Tierblut) trinken – klar. Irgendwann taucht dann der
fiese Vampirlord auf, der nur seine Artgenossen verspeist. Und so
nimmt das „Übel“ dann seinen Lauf. Was in diesen Zeilen
belanglos klingt, kommt im Film noch viel belangloser rüber, und das
muss man erst mal schaffen. Die knapp 100 Minuten sind vollgepackt
mit uninteressanten und ständig wiederkehrenden Dialogen (Es ist ja
so blöd ein Vampir zu sein), ungewollt lächerlichen Szenen und
witzigen Witzen, die absolut nicht witzig sind. Dabei ist die
schauspielerische Leistung in keiner Sekunde irgendwie interessant
oder glaubwürdig, es kommt nicht die geringste Emotion beim
Zuschauer an und mit Yuen Wah (Kung Fu Hustle) und Luxia Jiang hat
man somit zwei talentierte bis sehr gute Schauspieler „verbraten“.
Wirklich schade.
Positiv:
Die Action ist wirklich gar nicht mal so verkehrt. Durch den kürzlich
gesehenen The Raid habe ich etwas Blut geleckt (haha), was Martial
Arts anbelangt, und hier wird öfter mal ordentliches Gekeile
geboten. Leider nicht oft genug, denn die unglaublich lahmen Längen
überwiegen spürbar. Hätte man Die Vampirjäger als reinen
Actionstreifen konzipiert, die besagten Kampfszenen besser
ausgearbeitet und einfach mehr davon geboten, dann hätte dieser
Streifen vielleicht sogar gut werden können – so bleibt er
allerdings hinter billigem Vampir-Schrott mit simplen Querverweisen
auf bekanntere Filme zurück, was weder Spaß macht, noch in irgend
einer Art und Weise spannend ist. Unvorteilhaft wirkt auch die
Auswahl des Schauplatzes, der quasi immer von Ar's Hütte zu irgend
einer Abrissbude wechselt. Abwechslung geht anders. Von der
technischen Seite her geht das allerdings weitgehend in Ordnung: Das
Bild der Bluray wirkt klar und gestochen, der Sound passt
größtenteils, einzig die Musik weiß zwischen albernem Gedudel und
trashigen Spannungs-Tönen gar nicht, wo sie hin will.
War
wohl nix
Ja,
das war wirklich nix. Ich hatte nicht viel erwartet, aber dass so
wenig geboten wird, hinterlässt wirklich keinen guten Eindruck.
Diesen Film kann man wohl höchstens denjenigen empfehlen, die sich
aus dem Martial-Arts-Sektor alles zulegen müssen, genauso wie
Vampirfans, die nicht wissen wohin mit ihrem Geld. Für diesen,
höchstens wohlwollend als Trash zu bezeichnenden Film, gibt es von
mir daher:
3/10
Donnerstag, 7. Februar 2013
Review: Masks (Andreas Marschall)
Das
Geheimnis des Mateusz Gdula
Ein
deutscher Giallo, der mich schon vorm Anschauen durch seine
mysteriöse, verdammt interessante Story gefesselt hat. Jene handelt
vom Schauspiel, von Leidenschaft, von dem, was hinter den Masken
derjenigen steckt, die es wagen, in der Gdula-Privatschule die
Ausbildung auf sich zu nehmen: Und es geht um die gefährliche
Methode, deren tödliches Geheimnis während den 108 Minuten Laufzeit
aufgeklärt wird. Stück für Stück.
Die
Methode: Hochspannung im deutschen Film
Dabei
kann man es eigentlich gar nicht fassen, dass hier ein deutscher Film
vorliegt – auch wenn diese vielleicht gerade am Aufstreben sind,
und wirklich ein paar großartige Streifen in den letzten Monaten
erschienen sind, hätte ich nie erwartet, dass eine solche Filmperle
von hier kommt. Obwohl man vor allem der Hauptdarstellerin Susen
Ermich deren Herkunft anmerkt, so wirkt das Schauspiel nahezu
grandios, ausgiebig werden hier Emotionen vermittelt, neben Ermich
spielt vor allem Magdalena Ritter ihre Rolle bravourös und
authentisch. Aber worum geht es eigentlich genau?
Stella,
will Schauspielerin werden, allerdings scheitert sie an den vielen
Aufnahmeprüfungen. Nach eben einer solchen wird sie jedoch von einem
scheinbar wohlwollenden Herren angesprochen, der ihr die Mateusz
Gdula-Privatschule empfiehlt. Kurzerhand macht sie sich auf, dort ihr
Können zu beweisen – und wird auch prompt aufgenommen. Während
den Proben lernt sie im Verlauf der Geschichte Cecile kennen, die ihr
von der Methode berichtet. Als diese plötzlich nicht mehr zum
Unterricht erscheint, macht sich Stella auf, das Geheimnis hinter der
Methode zu entdecken – und wird im geschlossenen Flügel der Schule
ein Teil davon.
Allein
diese Geschichte empfand ich schon als so anziehend anders, dass ich
diesen Film quasi verschlungen habe. Masks schafft es nämlich, den
Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann zu ziehen, ihn die
mysteriöse Geschichte um die Gdula-Methode unbedingt herausfinden zu
wollen, und ihn mit fast schon verstörenden Szenen immer wieder zu
schrecken. Dass dieser Film die FSK 18 besitzt, ist daher passend und
angebracht, wird doch mit expliziten Nahaufnahmen nicht gerade
gegeizt. Ebenfalls bemerkenswert ist der durchweg stimmige
Soundtrack, der von der ersten Sekunde an dazu beiträgt, eine
großartige Atmosphäre zu schaffen. Auch werden all diejenigen
zufrieden sein, die einen nicht vorauszusehenden Twist gegen Ende der
Geschichte erwarten: Ich für meinen Teil habe so etwas definitiv
nicht kommen sehen.
Eine
wahre Filmperle
Laut
dem grandios gestalteten Filmcover konnte Masks einiges an Preisen
einheimsen, und das mit recht: Das hier ist ganz großes,
spannungsgeladenes (Heim)Kino. Über die komplette Laufzeit konnte
ich wirklich nichts finden, was mich auch nur ansatzweise gestört
hätte, außer vielleicht die etwas seltsame Auflösung gegen Ende
des Films, die man erst mal schlucken und auch teils interpretieren
muss. Vor allem Fans von Argento werden hier ihren Spaß haben, ist
doch Masks als kleine Hommage an den Meister zu sehen. Alle anderen
sollen sich herzlich dazu eingeladen fühlen, diesem skurrilen
Oldschool-(Meister)Werk im 70er-Jahre-Stil ihre Beachtung zu
schenken: Ihr werdet es sicher nicht bereuen.
9/10
Dienstag, 5. Februar 2013
Vier Augen sehen mehr: Review zu The Raid (Gareth Evens)
Auf der Börse hat sich Marshal The Raid, den indonesischen Action-Kracher auf DVD besorgt. Heute haben wir uns spontan zusammengesetzt, um den Streifen gemeinsam anzuschauen. Was er getaugt hat, ob er verspricht was Marshal sich in seiner Tendenz erhofft hat, und wie umfangreich die „Story“ doch ist, lest ihr jetzt in unserem „Expertengespräch“.
Outlaw: So, die Story hat mich ja
schlichtweg umgehauen. Wie siehst du das?
Marshal: Du hast völlig Recht, die
Story passt auf ein Taschentuch: Polizist trainiert, wird zum Einsatz
gerufen, einen Gangsterboss zu stürzen, kämpft, trifft seinen
Bruder und kämpft weiter.
Outlaw: Ja, geistreich! Aber Spaß bei
Seite, alles in allem war The Raid ein relativ spannender Film, wie
ich finde. Ich meine, er lebt eigentlich von den Actionszenen und ich
habe ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet. Vor allem die
Martial Arts-Sequenzen waren sehr eindrucksvoll, auch wenn sich diese
alle paar Minuten wiederholt haben.
Marshal: Aus diesem Grund habe ich den
auch gekauft. Es sollte ein Action-Film sein, der den Expendables den
Popo pudert. Das habe ich auch bekommen. Die Martial Arts-Szenen
waren nicht klassisch angehaucht sondern orientierten sich eher an
Mixed Martial Arts und Muy Thai. Schon erstaunlich was der junge Iko
Uwais zu bieten hat. Während er in Merantau die Kampfsportart Silat
vorstellt zeigt er hier ein komplett neues Repertoire. Was hältst du
von dem Jungen?
Outlaw: Schauspielerisch hat er jetzt
nicht so wahnsinnig viel von sich zeigen können, was wohl dem Genre
geschuldet ist. Die Kampfaction war aber mitunter das choreographisch
beste, was ich bisher gesehen habe. Kann daran liegen, dass ich
eigentlich so gut wie nie Martial Arts-Filme schaue. Was sicherlich
auch der Action zuträglich war, waren die etwas rar gesäten
Effekte. Da hätte man mehr rausholen können (vielleicht die ein
oder andere Zeitlupe-Aufnahme), wofür man ein wenig die Ballereien
hätte drosseln können. Die waren zu Beginn des Films überwiegend
eher zweckdienlich als unterhaltsam.
Marshal: Richtig, ich empfand die
Ballereien auch als sehr generisch. Dennoch muss man dem Briten
Gareth Evans ein feines Gespür für Action und Bildästhetik
zusprechen. Er wirkte doch wie ein teurerer B-Movie, trotz des wohl
nicht so großen Kino-Imperiums aus Indonesien.
Outlaw: Auch geil fand ich die
musikalische Untermalung bei The Raid. Linkin Parks Mike Shinoda war
hierfür verantwortlich und hat hier einen durchaus stimmigen und
runden Soundtrack erschaffen, bei dem sich andere Produktionen mal
was abschauen können.
Marshal: Ja, das fand ich auch. Als
Solokünstler ging er ja sonst eher an mir vorbei. Was mir irgendwie
leider auch völlig egal war, ist das Ende der anderen Polizisten.
Schießbudenfiguren! Man hätte denen doch eigene Kampfstile ins
Skript schreiben können, oder speziellen Charakter. So gab es nur
den „amerikanischen“ Chief und den Leiter der Polizeieinheit.
Gähn...
Outlaw: Sie wirkten wirklich etwas
gesichtslos. Bei den „Bösen“ sah es aber auch nicht gerade
anders aus. Neben den Hausbewohnern, die sich gegen die
Spezialeinheit stellen und für einen hohen Bodycount sorgen, gab es
noch den Oberboss und die zwei Handlanger. Ersterer wird auch nicht
wirklich genau ins Licht genommen, die beiden anderen bekamen etwas
mehr Gesicht, allerdings in eher unwesentlichem Maße. In einem
modernen Action-Film wünsche ich mir doch etwas mehr Background, um
Emotionen zu wecken.
Marshal: Das würde aber dem Ziel, dem
„ausgehungerten“ Publikum klassische Kost zu bieten
widersprechen. Des Weiteren muss man sich auch gegen den
thailändischen Markt zu Wehr setzen. Tony Jaa scheint zurück zu
kommen. Und Jeeja Yanin ist ja sowieso herzallerliebst.
Outlaw: Herzallerliebst!
Marshal: Yes, Sir!
Outlaw: Genug dazu, jetzt mal Tacheles:
Ich gebe dem Film 6 von 10 Punkten.
Marshal: Wieso denn nur 6? Die
Actionszenen, das Herzstück dieses Films scheinen dich ja vom Hocker
gehauen zu haben. Wieso dann 4 Punkte Abzug wegen der Story und den
Charakteren. Aber ich muss zugeben ich schwanke auch zwischen 7-8.
Outlaw: Naja ich konnte keine
emotionale Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Eine Story gab es
eigentlich nicht. Und letztendlich, würdest du ihn dir ein zweites
mal anschauen? Man hat ja dann doch alles gesehen. Oder?
Marshal: Richtig, die Story war so
schlank wie Seagal in seiner Blütezeit. Die Szenen sind es jedoch
schon wert angeschaut zu werden. Wenn ich mir überlege was da so aus
dem großen Hollywood kam in der letzten Zeit. Bis auf Michael Jay
White und Scott Adkins aus dem B-Bereich kam nichts. Okay, der Arnie
versucht es nochmal mit 99 Jahren. Aber sonst??
Outlaw: Expandables. Und auf den neuen
Arnie freu ich mich ziemlich! Wenn er dann auf DVD erscheint, im Kino
zieh ich mir das nicht rein. Also, deine Wertung?
Marshal: Hm, wir sind uns ja einig,
dass The Raid deutlich über Durchschnitt liegt. Die Choreographie
sagt mir als Asien Film Fan doch sehr zu. Von daher würde ich ihn
doch gut bewerten. Als der Film der er eben sein will. Was mich
jedoch mehr stört als die „schlanke“ Story ist fehlende
Abwechslung im Kampfstil. Mehr richtige Gegner hätten da gut getan.
Nun haben wir bei Raid aber ein Problem: Hier wird auf dem Cover von
dem besten Actionfilm seit Jahrzehnten gesprochen. Kann ich das
unterschreiben? Bedingt. Bester / Härtester Actionfilm seit Jahrzehnten? Nein, aber der letzten
Jahre ja. Ich hatte vielleicht zu hohe Erwartungen oder bin zu
weichgespült... 7/10, weil ich den Vorgänger Merantau besser fand.
Dennoch will ich von Iko Uwais und dem Regisseur Evans in Zukunft
mehr sehen. Das ist schon jetzt ein gutes Duo.
Outlaw: Ja, wenn die beiden wieder was
zusammen machen, wird sich das auf jeden Fall angeschaut. Auf jeden
Fall sollten Actionfans The Raid nicht verpassen!
Review: Lie to Me
Dr. Cal Lightman
Er ist der Fachmann für Mikroausdrücke und die Körpersprache. Außerdem ist er der Begründer der Lightman Group. Oft wird er in der Serie von Staatsanwälten, später auch vom FBI beauftragt oder auch zum Leitwesen seiner Partnerin Gillian Foster durch private Gefälligkeiten angetrieben. Dennoch ist sie neben seiner Tochter die einzige die ihn auf den Teppich holen kann. Lightman nimmt es aber oft mit dem Gesetz nicht so genau, was beim Zuschauer abwechselnd zum Schmunzeln und Stirnrunzeln führt. Außerdem behandelt er seine Mitarbeiter nicht immer fair und wurde wegen seiner Spielsucht aus Las Vegas verbannt. Trotz seines sehr wirren Charakters, der auch zu seiner Scheidung geführt hatte, ist er ein liebender Vater. Sein Vater ist in der Kindheit gewalttätig gewesen und die Mutter nahm sich das Leben.
Dr. Gillian Foster
Die Psychologin ist die Teilhaberin der Lightman Group. Sie hat ihr Privatleben nicht so gut im Griff. Ihre Beziehungen stehen in der Serie meist unter keinem guten Stern. Manchmal kommt einen in der Serie der Gedanke es könnte sich etwas zwischen Lightman und ihr entwickeln. Schade finde ich bei Foster, dass ihr Charakter scheinbar ständig der selbe bleibt. Sie ist manchmal nur der Sidekick von Lightmann. Manchmal wäre etwas mehr Gegenwehr, als nur kurz die Konten einzufrieren, wünschenswert gewesen. Über die Vergangenheit von Lightman und Foster wird auch zu wenig berichtet.
Eli Loker
Eli Loker ist ein langjähriger Mitarbeiter der Lightman Group. Er kann nie lügen und sagt zwangsweise immer die Wahrheit. Im Laufe der Serie hat er aber auch viel Mist gebaut, indem er Foster hintergangen hat. Teilweise arbeitet er als Praktikant bei Lightman und hegt Abwanderungsgedanken. Ich hätte dennoch gerne gesehen, dass er sich mehr wehrt.
Ria Torres
Ria Torres verkörpert genau das Selbstbewusstsein und die Stärke, die ich bei Foster und Loker vermisst habe. Sie steigt als Naturtalent bei der Firma ein, ohne vorher etwas studiert zu haben – dies lässt sie in manchen Episoden auch durchblicken. Dennoch nimmt Lightman sie unter seine Fittiche. So entwickelt sie sich im Laufe der Serie vom arroganten Neuzugang zur selbstbewussten Mitarbeiterin. Das sie dabei auch noch heiß ist, freut die zusehenden Männer.
Emily Lightman und Zoe Landau
Emily Lightman ist die Tochter des großen Doktors. Sie ärgert sich oft darüber, dass dieser ihm ihre Jungs vergrault. Dennoch ist sie oft ein wichtiger Rückzugspunkt für Cal. Zoe ist die Ex von Lightman, eine wortgewandte, hübsche und aufstrebende Staatsanwältin. Die Liebe zu ihrem Ex ist dabei natürlich zwecks dem Serienformat noch nicht ganz erloschen.
Ben Reynolds und Sharon Wallowski
Ben Reynolds verkörpert von der ersten bis zur zweiten Staffel den Verbindungsmann zum FBI. Stets korrekt und sympathisch. Dennoch scheint er teilweise zu sehr mit Lightman zu verweilen, was ihn zu Konflikten mit dem eigenen Gewissen führt. Sharon Wallowski taucht am Ende der Zweiten Staffel auf und zieht Lightman in seinen Bann.
Dr. Paul Eckman
Gemeinsam mit W. V. Friesen stellte Paul Ekman eine physiologisch orientierte Klassifikation zu emotionalen Gesichtsausdrücken auf, das FACS (Facial Action Coding System). Heute findet es in der Ausdruckspsychologie und der psychoanalytischen Therapieforschung eine Anwendung. Es können Mikroausdrücke erfasst werden. Mit diesen Mustern kann man verschiedene Emotionen erfassen: Wut, Trauer, Fröhlichkeit und Abscheu. Nicht erfasst werden darin jedoch nicht-emotionale Ausdrücke, die ca. 70% aller Gesichtsausdrücke ausmachen, sowie Körperausdrücke. Eckman geht von sieben Basisemotionen aus: sad, angry, suprise, fear, disgust, contempt, happy. Jedoch steht die Forschung in der Kritik. Kollegen der Wissenschaft bezweifeln, dass seine Methode wirklich funktioniert, bzw. behaupten, dass diese nicht nachweisbar sei. Wer sich mehr darüber informieren will kann gerne nach verlässlichen Informationen suchen. Jedenfalls eine spannende Sache.
Kritik:
Diese Serie zu bewerten ist schwierig. So faszinierend die Mikroausdrücke jedesmal sind, so bricht ihr die große Episodenzahl der zweiten Staffel das Genick. Die erste Staffel umfasst 13 Episoden und war wohl als „Test“ gedacht. Nach dem Erfolg der ersten Staffel umfasste die zweite 22 Episoden und die dritte wiederum 13 Episoden. Durch diesen Episodenzuwachs entwickelt sich manchmal eine Ermüdungserscheinung: Man weiß ja wie es immer ausgeht. Auch das Einfangen der Mikroausdrücke wird nicht mehr so exzessiv verfolgt. In jeder Folge konnte man Schnappschüsse von Prominenten, Verbrechern und Politikern, vor allem Bill Clinton, genießen. Das sorgt für viel Witz, wird aber immer weniger. So fehlen dem Zuschauer manchmal die Bindungen zu den Gedanken von Lightman. Die Episoden an sich haben aber oft schöne und interessante Geschichten zu erzählen, manchmal etwas hanebüchen, aber interessant. Am besten ist es jedoch, wenn Lightman einen Gegenspieler bekommt, der diesem scheinbar überlegen ist. Dieser nimmt ihn dann Stück für Stück auseinander. Ob ein Serienmörder, ein Vergewaltiger oder ein Sektenführer. Spannend. Die Schauspielerleistungen sind allesamt sehr gut. Auch in den Nebenrollen tauchen bekannte Gesichter aus dem Fernsehen auf. Besonders zu loben ist aber Hauptdarsteller Tim Roth als Lightman. Sein Schauspiel ist teilweise wirklich grandios.
Fazit:
Hier muss man dann doch die Staffeln trennen um die Fanboybrille abzunehmen um fair zu bewerten. Auf der Habenseite stehen die Charaktere, Szenarios und Mikroasudrücke, auf der Sollseite steht das abrupte Ende, Überlänge in Staffel 2 und fehlende Charakterzeichnungen. Zusammenfassend würde ich die Staffeln folgendermaßen bewerten:
Staffel 1: 9/10
Staffel 2: 7/10
Staffel 3: 5/10
Das macht im Schnitt eine 7/10 und wird der Serie in seiner Gänze dann doch gerecht. Es ist eben eine gute Krimiserie mit einem interessanten Konzept.
Montag, 4. Februar 2013
Filmbörsenupdate #2
Ein
Outlaw auf Beutezug
Die Börse ist vorbei, die Kohle ist
weg, der Rucksack halb gefüllt. Groß war die Ausbeute diesmal
nicht, teuer dafür um so mehr. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, mir
kein teures Mediabook wie auf der letzten Börse (da war es noch
Conquest von Fulci) zuzulegen, hat es mich dann doch irgendwie
erwischt und ich habe einen ziemlichen Blindkauf gelandet. Dazu
später mehr. Nachdem der Marshal seinen Teil vorgestellt hat, werde
ich auch mal meinen Rucksack für euch leeren. Ein paar Worte über
die Messe an sich: Kollege Marshal hat schon bemängelt, dass mal
wieder fast nur Horror am Start war. Gut für mich, allerdings habe
ich meine gesuchten Trash-Hardboxen nicht ausfindig machen können,
bzw. waren diese einfach zu teuer, da ist auf der großen Börse
nächsten Monat wohl eher was dabei. Aber lest selbst.
Was
ich unbedingt wollte: Masks
Ein
moderner Giallo made in Germany – hört sich exotisch an, wollte
ich unbedingt haben. Die Story fand ich schon unheimlich cool: In
einer Schauspielschule soll noch die geheime und überaus gefährliche
Kunst des Matteusz
Gdula gelehrt werden, was in einem spannenden Spektakel münden soll.
Positiv finde ich, endlich mal wieder einen Audiokommentar zu einem
Film zu bekommen, der mich wirklich interessiert. Mittelmäßige bis
überschwängliche Bewertungen kann man sich zu Masks in den Weiten
des Internet zu Gemüte führen. Höchste Zeit, mir selbst ein Bild
darüber zu machen. Mit etwa 15 Euro war die Bluray nicht gerade
günstig, allerdings habe ich diesen Film auf der Börse nirgends
günstiger ergattern können. Tendenz: Sicherlich ein Film im höheren
Punktebereich.
Was
mich gefreut hat: Die Schnäppchen
Pro
Film 5 Euro. Nichtsahnend wühlte ich mich durch die Kisten, fand
darin auch zwei Filme, die ich gesucht hatte: Dead Snow im Steelbook
und Henry, über den ich erst vor einer Woche eine gute Rezension
gelesen hatte. Letzteren werde ich mir demnächst mal anschauen, Dead
Snow flimmerte gestern schon über den Bildschirm und hat mich
überaus gut unterhalten. Witz, Splatter und Spannung, und das,
obwohl ich eigentlich keine Zombiefilme mehr sehen kann. Ansonsten
habe ich bei Schlachtnacht einfach mal blind zugegriffen, das Boxset
von Jeepers Creepers mit beiden Filmen musste dann auch für 5 Euro
eingepackt werden. Tendenz: Henry soll ja sehr bedrückend daher
kommen, Schlachtnacht ist ganz großer Mist (auch den habe ich schon
gesehen) und Jeepers Creepers ist einfach ein zeitloser Klassiker,
der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte. 20 Euro für
alles: Ein gutes Schnäppchen.
Was
ich mir eigentlich nicht leisten wollte: Laid To Rest
Ja,
bei dem Film spalten sich die Meinungen. Das Mediabook sah dann aber
einfach endcool aus, und daher waren es mir die 25 Euro für den
zweiten Teil (Chromeskull) wert. Da ich den ersten auch noch nicht
gesehen habe, kam der für etwa 20 Euro gleich mit in den Rucksack.
Eine Tendenz kann ich zu diesem modernen Slasher noch nicht abgeben,
da ich wirklich nicht weiß, was mich erwartet.
Sonntag, 3. Februar 2013
Filmbörsenupdate #1
Ein Marshal geht auf die Jagd
Heute war es mal wieder so weit, der Tag auf den der geneigte Filmsammler gewartet hat. Eine Filmbörse stand vor der der Tür. Der passende Rahmen also, um Geld in die eigene Filmsammlung zu stecken. Gesagt getan, 50 Euro eingesteckt und los. Das Ziel waren ganz klar viele kleinere Filme und so manche Action-Perle für wenig Geld abzustauben. Leider fand heute aber nur der von mir nicht so sehr gemochte "kleine Bruder" der DVD-Börse statt. Das bedeutet, diese musste sich den Platz mit einer CD/Schallplatten-Börse teilen. Was für den geneigten Musikfan ein Paradise darstellt und auch mich erfreuen sollte, ärgert einen doch beim Blick auf das DVD Angebot sehr. Keine Filme aus Frankreich, keine besonderen Thriller, Dramen, Sci-Fi Filme und ja, auch keine romantischen Filme. Wenn man das große Schmuddelfilm-Angebot als romantisch bezeichnen will, bitte. Von guten Filmen aus Asien hatte ich schon alle und der Rest liegt verschämt neben dem oben genannten Schmuddelzeug, oder wird gar nicht verkauft. Danke, tolle Filme werden versteckt und auf Gewalt getrimmte Filme, Mainstream und Brüste lachen mir entgegen. Nicht falsch verstehen. Für den Horrorfreund gab es dennoch gute Angebote, einen Stand mit ausländischen DVDs gab es auch. Die Preise waren aber oft ähnlich wie bei Elektrofachmärkten. Trotzdem kann auf der DVD-Börse jeder seinen besonderen Film finden. Hier sind meine.
Die Beute
Die Beute umfasst eine gesamte Filmreihe, 3 B-Actionfilme, einen koreanischen Kriegsfilm, ein koreanisches Fantasyepos und einen Actionfilm aus Schweden. Wer sich jetzt wundert, wieso diese Liste so genrefixiert ist, es gäbe ja laut meiner Liste genug Alternativen.
Beute Nummer 1: The Raid
The Raid ist ein sehr polarisierender Actionfilm aus Indonesien. Die Kombi mit dem Regisseur Gareth Evans und dem Hauptdarsteller IkoUwais, hat den Kampfsportfan in mir begeistert. So konnte man natürlich auf den nächsten Film gespannt sein. Presse und Fans überschlugen sich mit Begeisterungsstürmen, dass wäre doch der neue Actionfilm überhaupt und Dredd 3D hätte von ihm geklaut. Ich bin gespannt.
Tendenz: 5-10/10
Kaufpreis: 8 Euro, da ich auf 6 Sekunden brutaler Szenen verzichten kann.
Beute Nummer 2: Driven to Kill
Hier handelt es sich um einen ungeschnittenen Actionfilm von Steven Seagal. Oh, mein Gott ein Steven Seagal-Film, wie kann man sich denn so etwas zulegen. Diese billigen Ostblockfilme die er am Fließband jährlich dreht. Schäme dich. Diese Gedanken dürften dem Leser doch beim Lesen der Überschrift in den Sinn kommen. Doch der Mann gehörte auch mal zu den A-Akteuren des Aktionsgenres. Seine Filme wurden teilweise auch im Kino gezeigt. Filme wie Alarmstufe Rot 1/2, Hard To Kill, Nico, Zum Töten freigegeben, Glimmer Man und Exit Wounds zählten bis zum Jahre 2001 zu Actionhighlights oder zu den sehenswerten Filmen. Danach ging es mit der Karriere bergab. Der Mann fing an zu essen, sich amateurhaft doubeln zu lassen und negative Schlagzeilen folgten. Heute gibt es nur noch wenige Filme welche gut sind, oder an die glorreiche alte Zeit zurückerinnern. BellyoftheBeast und DeadlyWeapon gehören für mich dazu. DrivenTo Kill wird diesbezüglich auch in einem Atemzug genannt. Zum günstigen Preis durchaus also eine Überlegung wert.
Tendenz: 4-6/10
Kaufpreis: 5 Euro
Beute Nummer 3: Exit Speed
Bei diesem Film handelt es sich um einen Blindkauf. Erinnerungen an solide bis gute Reviews in Foren und Presse haben dafür gesorgt, mich an das Cover des explodierenden Busses zu erinnern. Der günstige Preis von 3 Euro sorgte dann für den günstigen Zugriff. Mit Glück konnte ich bei dem Film eine kleine Perle getroffen haben.
Tendenz: 5/10 und die Hoffnung auf besseres
Kaufpreis: 3 Euro
Beute Nummer 4: The Front Line
Dieser Film, man mag es dem Titel ansehen, gehört zu einem mir nicht geliebten Genre. Wenn man sich meine Sammlung anschaut besitze ich auch nur 3 Filme und 1 Miniserie. Flags of our fathers, Letters from Iwojima, Brotherhood und die SerieOver There.Die anderen Filme, die den Krieg als Nebenthema haben, schiebe ich in andere Genres. Das sind Schindlers Liste, John Rabe und Operation Kingdom. The Front Line zeigt hier den Konflikt zwischen Nord- und Südkorea auf, rund um einen sinnlosen Kampf um einen Hügel. Warum ich mir diesen Film dennoch gekauft habe: Der Film kommt aus meinem Lieblingsfilmeland Korea und Brotherhood hat mich damals umgehauen.
Tendenz: 7/10
Preis: 5 Euro
Beute Nummer 5: Bichunmoo
Bichunmoo hingegen ist eine Mischung aus Fantasy, Schwert und Liebesfilm. Koreanisches GuiltyPleasure eben. Da ich den Film schon mal besessen habe und ihn aus Platzmangel verkaufen musste, kann ich mich nur daran erinnern, dass der Film mich solide unterhalten hatte.
Tendenz: 6/10
Kaufpreis: 5 Euro
Beute Nummer 6: Agent Hamilton
Das skandinavische Kino ist immer für gute Filme gut. Die Millenium Trilogie war eine erfolgreiche Buchverfilmung aus Schweden. Agent Hamilton basiert auch auf einer Buchreihe und präsentiert sich im Trailer als smarter, spannender Actionfilm.
Tendenz: 8/10
Kaufpreis: 5 Euro
Beute Nummer 7: Steal der DVD Börse
Hier möchte ich eine Filmreihe nennen, dessen Kauf doch der Steal der Börse sein könnte. Die LethalWeapon-Box für 5 Euro. Vier gute Buddy-Movies für 5 Euro. Das ist ein fairer Preis. Leider ist der vierte Teil auf einer Doppel-DVD gepresst. Da muss man beim sehen den Film wenden und auf Fingerabdrücke achten. Das ist extrem ärgerlich und sieht billig aus. Auch handelt es sich um eine der ersten Editionen und ist eben die DVD-Box. Dennoch: 3 Director's Cuts und eine ungeschnittene Originalversion sind eine gute Ausbeute.
Tendenz: 7-9/10
Kaufpreis: 5 Euro
Fazit
Dieser kleine Bruder der Filmbörse war am Ende doch recht ergiebig. Dennoch ist es auffällig, dass man sich schon stark für Horrorfilme interessieren muss um glücklich zu werden. Ich bin gespannt auf die nächste, reine DVD-Börse!
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