Dr. Cal Lightman
Er ist der Fachmann für Mikroausdrücke und die Körpersprache. Außerdem ist er der Begründer der Lightman Group. Oft wird er in der Serie von Staatsanwälten, später auch vom FBI beauftragt oder auch zum Leitwesen seiner Partnerin Gillian Foster durch private Gefälligkeiten angetrieben. Dennoch ist sie neben seiner Tochter die einzige die ihn auf den Teppich holen kann. Lightman nimmt es aber oft mit dem Gesetz nicht so genau, was beim Zuschauer abwechselnd zum Schmunzeln und Stirnrunzeln führt. Außerdem behandelt er seine Mitarbeiter nicht immer fair und wurde wegen seiner Spielsucht aus Las Vegas verbannt. Trotz seines sehr wirren Charakters, der auch zu seiner Scheidung geführt hatte, ist er ein liebender Vater. Sein Vater ist in der Kindheit gewalttätig gewesen und die Mutter nahm sich das Leben.
Dr. Gillian Foster
Die Psychologin ist die Teilhaberin der Lightman Group. Sie hat ihr Privatleben nicht so gut im Griff. Ihre Beziehungen stehen in der Serie meist unter keinem guten Stern. Manchmal kommt einen in der Serie der Gedanke es könnte sich etwas zwischen Lightman und ihr entwickeln. Schade finde ich bei Foster, dass ihr Charakter scheinbar ständig der selbe bleibt. Sie ist manchmal nur der Sidekick von Lightmann. Manchmal wäre etwas mehr Gegenwehr, als nur kurz die Konten einzufrieren, wünschenswert gewesen. Über die Vergangenheit von Lightman und Foster wird auch zu wenig berichtet.
Eli Loker
Eli Loker ist ein langjähriger Mitarbeiter der Lightman Group. Er kann nie lügen und sagt zwangsweise immer die Wahrheit. Im Laufe der Serie hat er aber auch viel Mist gebaut, indem er Foster hintergangen hat. Teilweise arbeitet er als Praktikant bei Lightman und hegt Abwanderungsgedanken. Ich hätte dennoch gerne gesehen, dass er sich mehr wehrt.
Ria Torres
Ria Torres verkörpert genau das Selbstbewusstsein und die Stärke, die ich bei Foster und Loker vermisst habe. Sie steigt als Naturtalent bei der Firma ein, ohne vorher etwas studiert zu haben – dies lässt sie in manchen Episoden auch durchblicken. Dennoch nimmt Lightman sie unter seine Fittiche. So entwickelt sie sich im Laufe der Serie vom arroganten Neuzugang zur selbstbewussten Mitarbeiterin. Das sie dabei auch noch heiß ist, freut die zusehenden Männer.
Emily Lightman und Zoe Landau
Emily Lightman ist die Tochter des großen Doktors. Sie ärgert sich oft darüber, dass dieser ihm ihre Jungs vergrault. Dennoch ist sie oft ein wichtiger Rückzugspunkt für Cal. Zoe ist die Ex von Lightman, eine wortgewandte, hübsche und aufstrebende Staatsanwältin. Die Liebe zu ihrem Ex ist dabei natürlich zwecks dem Serienformat noch nicht ganz erloschen.
Ben Reynolds und Sharon Wallowski
Ben Reynolds verkörpert von der ersten bis zur zweiten Staffel den Verbindungsmann zum FBI. Stets korrekt und sympathisch. Dennoch scheint er teilweise zu sehr mit Lightman zu verweilen, was ihn zu Konflikten mit dem eigenen Gewissen führt. Sharon Wallowski taucht am Ende der Zweiten Staffel auf und zieht Lightman in seinen Bann.
Dr. Paul Eckman
Gemeinsam mit W. V. Friesen stellte Paul Ekman eine physiologisch orientierte Klassifikation zu emotionalen Gesichtsausdrücken auf, das FACS (Facial Action Coding System). Heute findet es in der Ausdruckspsychologie und der psychoanalytischen Therapieforschung eine Anwendung. Es können Mikroausdrücke erfasst werden. Mit diesen Mustern kann man verschiedene Emotionen erfassen: Wut, Trauer, Fröhlichkeit und Abscheu. Nicht erfasst werden darin jedoch nicht-emotionale Ausdrücke, die ca. 70% aller Gesichtsausdrücke ausmachen, sowie Körperausdrücke. Eckman geht von sieben Basisemotionen aus: sad, angry, suprise, fear, disgust, contempt, happy. Jedoch steht die Forschung in der Kritik. Kollegen der Wissenschaft bezweifeln, dass seine Methode wirklich funktioniert, bzw. behaupten, dass diese nicht nachweisbar sei. Wer sich mehr darüber informieren will kann gerne nach verlässlichen Informationen suchen. Jedenfalls eine spannende Sache.
Kritik:
Diese Serie zu bewerten ist schwierig. So faszinierend die Mikroausdrücke jedesmal sind, so bricht ihr die große Episodenzahl der zweiten Staffel das Genick. Die erste Staffel umfasst 13 Episoden und war wohl als „Test“ gedacht. Nach dem Erfolg der ersten Staffel umfasste die zweite 22 Episoden und die dritte wiederum 13 Episoden. Durch diesen Episodenzuwachs entwickelt sich manchmal eine Ermüdungserscheinung: Man weiß ja wie es immer ausgeht. Auch das Einfangen der Mikroausdrücke wird nicht mehr so exzessiv verfolgt. In jeder Folge konnte man Schnappschüsse von Prominenten, Verbrechern und Politikern, vor allem Bill Clinton, genießen. Das sorgt für viel Witz, wird aber immer weniger. So fehlen dem Zuschauer manchmal die Bindungen zu den Gedanken von Lightman. Die Episoden an sich haben aber oft schöne und interessante Geschichten zu erzählen, manchmal etwas hanebüchen, aber interessant. Am besten ist es jedoch, wenn Lightman einen Gegenspieler bekommt, der diesem scheinbar überlegen ist. Dieser nimmt ihn dann Stück für Stück auseinander. Ob ein Serienmörder, ein Vergewaltiger oder ein Sektenführer. Spannend. Die Schauspielerleistungen sind allesamt sehr gut. Auch in den Nebenrollen tauchen bekannte Gesichter aus dem Fernsehen auf. Besonders zu loben ist aber Hauptdarsteller Tim Roth als Lightman. Sein Schauspiel ist teilweise wirklich grandios.
Fazit:
Hier muss man dann doch die Staffeln trennen um die Fanboybrille abzunehmen um fair zu bewerten. Auf der Habenseite stehen die Charaktere, Szenarios und Mikroasudrücke, auf der Sollseite steht das abrupte Ende, Überlänge in Staffel 2 und fehlende Charakterzeichnungen. Zusammenfassend würde ich die Staffeln folgendermaßen bewerten:
Staffel 1: 9/10
Staffel 2: 7/10
Staffel 3: 5/10
Das macht im Schnitt eine 7/10 und wird der Serie in seiner Gänze dann doch gerecht. Es ist eben eine gute Krimiserie mit einem interessanten Konzept.

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