Freitag, 15. Februar 2013
Review: Transporter 2: The Mission
Eine Schnäppchenjagd mit Folgen?
Manchmal kommt es zu Begegnungen der etwas anderen Sorte in der Filmlandschaft, bei denen man einfach nicht nein sagen kann. 2.50 Euro für zwei Filme, selbst wenn diese nur aus einer Zeitschrift stammen, sind doch ein nettes Angebot. Bei den Streifen handelt es sich um Kopfgeld - Perrier's Bounty und Transporter 2: The Mission. Nachdem der zweite Transporter bei meiner Review zu Safe nicht so gut wegkam, dachte ich mir, eine zweite Chance hat doch jeder mal verdient. Ich war damals jung und es ist knapp sieben Jahre her, seit ich in den zweifelhaften Genusses dieses Machwerks gekommen bin. Der Hauptdarsteller Frank aus den Filmen hat eine vierte Regel, die lautet: "Versprich nie was du nicht halten kannst!" Dass man damit vorsichtig umgehen sollte, lest ihr jetzt.
Kritik
Frank (Jason Statham) hat einem Kollegen versprochen, ihn während eines Chauffeur-Jobs zu vertreten. Er kutschiert einen kleinen Jungen von der Schule nach Hause. Bei einem Besuch beim Arzt wird dieser entführt. Und so nimmt Frank den Kampf gegen die Gangster auf und bekommt dabei Hilfe von seinem einzigen Freund Inspektor Tarconi.
Die Story ist genau so dünn, wie sie sich anhört. Der Rest des Films leider auch, dabei fängt das Ganze gut an. Eine gute Kampfszene in einem Parkhaus, gute Optik und ein bisschen filmische Moral, da Statham ein junges Mädchen in die Schule schickt. Action, Gewalt, alles super. Aber bloß nicht die Schule schwänzen. Nachdem das Kind entführt wird, machen wir Bekanntschaft mit unseren Antagonisten. An Stelle Nummer Eins steht Antonio Banderas. Nein, Moment eher der unbekannte, nicht existente kleine Bruder. Flankiert wird er von einer praktischen Kombination aus russischen Wissenschaftlern und Gangstern in einem. Oben auf dem Chef sitzt die Feme Fatale Lola. Laut Drehbuch wohl eine Mischung aus sexy und psychisch erkrankt. Klingt also nach einem interessanten, genretypischen Cast? Nein, leider weit gefehlt. Antonio Banderas 1/2 schafft es zu keiner Zeit, einen interessanten Gegenspieler zu mimen. Es gibt eine gut anzuschauende Kendo-Trainingssequenz, dennoch kommt das im Film nicht wieder vor. Das ist schade, so könnte der Schurke wenigstens etwas eigenständiges vorweisen. Lola, die gerne mit einer Mischung aus cool, lasziv, oder gestört in der Gegend rumtänzelt, wirkt auf mich total fehlbesetzt und nervt in jeder ihrer Szenen. Nach den ersten Actionszenen und der Auftritte der Bösewichte folgt eine Einstellung, die mich fast dazu gezwungen hätte, auf meinen Bildschirm einzuschlagen. Eine Bombe am Auto wegzubekommen auf so eine haarsträubende Weise wie hier ist einfach absurd und ärgerlich. Sehr interessant, dass bei einem Film, der sich Transporter nennt, die Fahrszenen allesamt mies sind. Bei den Kampfszenen gibt es außer 2 Choreographien auch nichts wirklich interessantes. Auch hier wäre mehr herauszuholen gewesen, und das trotz des bekannten Stunt-Koordinators Corey Yuen. Ist also an diesem Film alles schlecht? Nein, die Auftritte von Inspektor Tarconi zählen zu den Highlights. Witzige Dialoge mit Statham, Weisheiten über französisches Essen und insgesamt ein gutes Spiel. François Berléand liefert über die ersten 3 Teilen und auch in der dazugehörigen Serie eine gute Arbeit ab.
Fazit
Abschließend muss man hier doch ein sehr ernüchterndes Fazit ziehen. Der Film ist wirklich fast ein totaler Flop. Für wenige gute Kampfszenen und einigen witzigen Momenten vom Kommissionär kann man keine gute Wertung zücken. Wie war das noch am Anfang? "Versprich nie was du nicht halten kannst!" Sollte man sich für diesen Film merken.
2/10
Anmerkung: Es gibt noch einen Extended Cut, ob dadurch der Film besser wird, wage ich zu bezweifeln.
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