Freitag, 31. Mai 2013

Review Shaolin Kickers


 

Die Fußballwelt spielt verrückt  
 
Die deutsche Lieblingssportart Fußball erreichte letztes Wochenende seinen Höhepunkt. Ein deutsches Finale hat es noch nicht gegeben. Weltweit hat es die Bundesliga geschafft, sich in der Gunst nach oben zu spielen. Dieses Wochenende findet das  Pokalfinale zwischen Stuttgart und Bayern statt. Der Umstand der darauffolgenden "fußballfreien" Zeit ist Grund genug sich mal einem Film über den runden Ball zu widmen. In der Filmwelt findet man nicht so viele zahlreiche gute Fußballfilme mit Charme und Witz. Es gibt Meanball Machine mit Statham und Vinnie Jones, die deutsche Geschichte das Wunder von Bern und die „Fifa“ Produktionen Goal 1,2 und 3. 
Neben diesen bekannten Produktionen gibt es aber auch andere Kontinente in denen der Tritt gegen das runde Leder, sich scheinbar doch größer werdender Beliebtheit erfreut. Es gibt dazu auch Filme aus Afrika, China und Serien aus Japan. Ich beschäftige mich mit dem chinesischen Film Shaolin Kickers aus dem Jahre 2001. Ein wilder Mix aus Fußball, Kung Fu und japanischem Anime. Ob diese Mischung den Geschmack trifft oder sich doch ein Eigentor schießt, lest ihr jetzt. 
 
Story

Der ehemalige Fußballer Bum trifft den Shaolin Schüler Mighty Steel Leg Sing (Steven Chow). Der ist auf der Suche nach seinen Brüdern und will den Shaolin Kung Fu in der Welt bekannter machen. Bum hilft bei der Suche und trainiert diese im Fußball um es dem fiesen Gegenspieler heimzuzahlen.

Darsteller

Die Darsteller erledigen ihre Arbeit ausreichend und fallen nicht besonders auf. Leider bietet der Film viel asiatisches Overacting und kaschiert so die schauspielerische Bandbreite der Akteure. Die in Deutschland bekanntesten Schauspieler sind Steven Chow Und Vicki Zhao Wei. Der Hauptdarsteller Steven Chow ist den Fans hierzulande vor allem durch die Rolle in der Kung Fu Komödie Kung Fu Hustle bekannt. Vicki Zhao Wie ist mittlerweile ein Star in der Heimat. So ist sie neben der Schauspielerei eine erfolgreiche Musikerin und Vizepräsidentin der chinesischen Film Performance and Art Academy. In der Titelrolle der Mulan gewann sie den Hundred Flowers Award. Außerdem sind von ihr noch viele Filme in Deutschland veröffentlicht wie Painted Skin 1 und 2, Red Cliff (brutal geschnitten), Wächter über Himmel und Erde und 14 Blades.

Kritik

Die naive und süße Geschichte passt wunderbar zu der Handlung, welche ohne große Überraschungen vorangetrieben wird. Es ist doch mal wieder die oft gesehene Losermannschaft, welche allen Widrigkeiten zum Trotz zu sich findet und gemeinsam versucht an das Ziel zu kommen. Sehr ausgefeilt ist der Plot also nicht. Das macht aber gar nichts weil der Fokus  ganz klar auf Komik und weniger auf der eigentlichen Geschichte liegt. Viele Szenen sind in einer sehr übertriebenen Weise dargestellt. So stellt sich der Charakter vor wie Alltagsprobleme mit Kung Fu gelöst werden. Doch den Kampfsport selbst sieht man in dem Streifen nicht. Aber es gibt einige Szenen welche die nationale Sportart huldigen. So nutzt eine Nebendarstellerin Techniken um in eleganter Manier Brot zu formen. 
Auch der Antagonist ist bewusst einer stereotypischen Figur. Selbst eine doch sehr süßliche Liebesgeschichte wurde in die Handlung mit eingebaut. Die Fussballszenen sei es nun Training, Spiel oder beim großen Finale sind mit Absicht den Animes wie Captain Tusbasa nachempfunden: Schüsse mit Feuerschweifen, irrsinniges Tempo und skurrile Charaktere treffen die Vorlage genau. Das sorgt bei Zuschauern für nostalgische Gefühle und auch bei Animefans für viel Freude. 
Zu meiner großen Freude bietet der Film nicht viel Anlass zu Kritik. Die einzigen Vorwürfe welche man dem Film machen muss, ist das in asiatischen Filmen oftmals vorkommende Overacting. Witzig gemeint, führt es beim geneigten Filmfan nur zu Kopfschütteln. Auch Geschichte hätte mehr neues bieten können.

Fazit

Bei Shaolin Soccer handelt es sich um einen Fußball film der etwas anderen Art. Mit viel Witz und Charme versucht er den Zuschauer für sich zu gewinnen. Wer sich mit der Mischung aus Fußball, Kung Fu und japanischen Anime anfreunden kann und aufgeschlossen ist, findet vielleicht eine kleine Perle. Filmfans welche aber bisher einen Bogen um asiatische Komödien gemacht haben, werden keine Freude an dem Film haben. Aber ein Erlebnis ist dieser allemal.

Ich kicke freudig mit und vergebe

8/10 Punkten

Sammelreview #1: Kurze Einblicke in Outlaw's letzte Käufe


Liebe Filmsammler und Filmfreunde, hiermit präsentieren wir euch nach einer etwas längeren Zeit der Blog-Abstinenz ein neues, informatives Format: Kleine Reviews zu kleinen Filmen, Filme die entweder Geheimtipp oder Rohrkrepierer sind, Filme, wie man sie sich gerne mal als „Betrag-Rundmacher“ zu größeren Anschaffungen zulegt. Ich habe mal wieder bei Rebuy bestellt und ein paar sehr nette Streifen für sehr wenig Geld abgreifen können. Was das für Werke sind und wie sie abgeschnitten haben, lest ihr jetzt in unserer ersten Sammelreview.

Black Death

Die Pest hat das halbe Land niedergerafft, nur ein Dorf scheint sich gegen die Krankheit zu stellen. Eine kleine Gruppe von Kriegern und Rittern macht sich zusammen mit dem Mönchsnovizen Osmund auf die Reise, um in diesem düsteren Epos den Grund für die Unversehrtheit zu finden: Hexerei oder Gegenmittel? Black Death fängt fies, schmutzig und unfreundlich an und endet genau so. Für Freunde des düsteren Mittelalters, die vom ganzen Glanz strahlender Ritterlichkeit die Nase voll haben, ist Black Death ein gefundenes Fressen, obendrein ziemlich blutig und das mit einer Altersfreigabe ab 16 – hat die FSK hier was verpennt? Zusammen mit der recht plakativen Religionskritik bietet Black Death Action und Horror, auch wenn sich ein paar Längen einschleichen und das Ende einen ziemlich herunterzuziehen vermag. Alles in allem: Kaufempfehlung.

7/10

Street Gangs

Ein deutscher Postapokalypse-Actioner (zumindest scheint man sich hier diesem Thema nähern zu wollen), Terror auf den Straßen, Gangs die sich gegenseitig bekriegen: Und das alles mit einer reichlich bescheuerten und viel zu wenig ausgestalteten Geschichte. Hier gibt es eigentlich knapp 100 Minuten nur auf die Fresse, allerdings ganz klar großartig koreographiert. Mike Möller macht seine Sache als Kämpfer ganz großartig, als Schauspieler und vor allem in den Rückblenden mit einer sehr, wirklich sehr seltsamen Vokuhila-Perücke, kommen dann allerdings einige Schwächen zum Vorschein. Dass hier mit Mathis Landwehr, bekannt aus Kampfansage und Lasko, geworben wird, obwohl er vielleicht insgesamt fünf Minuten zu sehen ist, kurz bevor er abtritt, kann man sehen wie man will – ich hätte mir allerdings mehr von ihm erwartet. Alles in allem ist das hier ein Fest für Martial-Arts-Freunde, auch wenn man aus den knapp 100 Minuten locker hätte 60 machen können, denn irgendwann werden die Fights schlicht und ergreifend langweilig.

5/10

Battleship

Zu guter Letzt ein weiterer Film aus der Kategorie „Aliens greifen wieder an“? Nicht ganz denn diesmal spielt das ganze auf einem Boot: Bombastisch und spannend inszeniert hat mich Battleship größtenteils umgehauen. Ganz schön amerikanisch kommt das Ganze daher - kann einen stören, wenn man allerdings einfach das Hirn ausschaltet und die Action genießt, stören einen höchstens ein paar kleinere Längen, über die ich allerdings einfach mal wohlwollend hinwegblicken möchte. Ein ganz großes Lob geht dabei an die Effektschmiede, die hier wahrlich große Arbeit geleistet hat und qualitativ an Transformers erinnern lässt – kein Wunder, steckten doch auch die Macher von eben jenem Film hinter Battleship. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für Action- und SciFi-Fans.

8/10

Sonntag, 5. Mai 2013

Fearless Review

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Happy Birthday Jet Li

Am 26. April hatte einer der größten Action Stars Asiens Geburtstag. 50 Jahre alt ist der gute Mann geworden. Das ist für Filmfans und Freunde ein Grund zu gratulieren. Schließlich handelt es sich bei dem Schauspieler auch um einen der größten Exporte Chinas. Doch er selbst möchte sich aus dem Genre zurückziehen, welches in sehr berühmt gemacht hat dem Martial Arts Film. So hat er 2006 die Hauptrolle in der asiatischen / amerikanischen Co Produktion Fearless übernommen. Das hat er zwar nicht ganz geschafft, da er mit Flying Swords and Tiger Gate, Warlords and Forbidden Kingdom durchaus Filme gedreht hat die das Genre anschneiden, aber so ist das mit den ganzen Rücktritten vom Rücktritt.

Story

Die Geschichte spielt in China im Jahr 1842. China steht unter westlicher Kontrolle. Jet Li spielt den Meister Hou Yaninja. Sein brutaler Kampfstil macht ihn in China sehr bekannt und er wird von allen gefürchtet. Er gilt als Begründer des Wing Ju und kämpft sich an die Spitze der Meister. Doch durch einen bedauerlichen Zwischenfall ändert er seinen Charakter und tritt in einem Wettkampf gegen die westlichen Besatzungsmächte an.

Story und Schauspieler 

Die Story ist so zwar schon oft vorgekommen. Die Rolle des sich im Charakter änderten Kampfsportlers kam dann doch sehr häufig in Filmen vor. Durch den Hauptdarsteller wird dem Film doch ein ganz eigener Charakter verliehen. Dieser Film ist komplett auf Jet Li zugeschnitten. Gerade schauspielerisch ist die Wandlung in ihm sehr gut nachvollziehbar und ausgearbeitet. Die Kampfszenen meistert er in gewohnter Manier vorzüglich. In all den Jahren hat Herr Li dann doch nichts verlernt. Doch leider scheinen einige Szenen dann doch mit etwas Wire Fu gespickt. Das lässt sich in einer Vollständigkeit wohl nicht vermeiden. Doch auch die anderen Schauspieler sind gut gewählt. Cholin Chou spielt die Rolle des Sensei souverän. Auch die anderen Kämpfer sind gut gecastet. Der japanische Schauspieler Shido Nakamura verkörpert die Rolle des Anno Tanaka. Er ist einer der letzten moralisch gefestigten Krieger und liefert Li einen fairen Endkampf.

Kritik

Doch genug über die Schauspieler geredet, der Film hat dann doch wie leider so oft, wenn man sich mit dem Film beschäftigt kleinere Schwächen. Diese sind aber im Großen und Ganzen nicht komplett dem Film sondern der internationalen Fassung anzukreiden. Die Entwicklung des Charakters von Hou Yaninja gesiecht viel zu rasant. Natürlich kann ein bescheidenes und anderes Leben dafür sorgen, dass sich jemand ändert kann ich ja verstehen, aber nicht in so kurzer Zeit. Man sieht wie der Darsteller etwas Reis anbaut und darin entdeckt wie schlecht er doch gehandelt habe und wie wertig das Leben ist. Das ist dann doch etwas schnell. Da hat man leider an den schlechten Stellen geschnitten.  Ein weiter Punkt ist das Herausschneiden von einem Handlungsstrang mit Michelle Yeoh. Es fällt zwar nicht auf, aber dennoch ist es nicht schön, dem Film in seinem Ganzen zu schneiden. Die positiven Aspekte sind die gelungen choreographierten, solide Darsteller und ein Klasse aufgespielter Jet Li.

Fazit

So kann man zum Schluss von einem sehr gelungenen Film sprechen. Fearless kann man durchaus als würdigen Abschiedes Jet Li's aus dem klasischen Martial Arts Genre bezeichnen,  Nach so vielen Jahren der Kämpfe und tollen Filme kann man gratulieren. Danke für die gute Zeit. Alles Gute zum runden Geburtstag und auf weitere interessante Filme. Dem Kampfsport abschwören kann er dann doch nicht und das ist auch gut so.

9/10

Samstag, 27. April 2013

Chernobyl Diaries (Oren Peli)




Der nukleare Horror?

Als der Film 2012 erschien, war ich vom Trailer hin und weg und konnte es kaum erwarten, ihn mir endlich mal günstig zuzulegen. Die Chance hat sich letztens ergeben: trotz überwiegend durchschnittlicher Bewertungen waren es mir die 5 Euro doch wert. Ob der Streifen nuklearen Horror der Spitzenklasse bietet? Nein. Ob der Film ansonsten was zu bieten hat? Lesen.

Die vergessene Stadt

Die Story ist denkbar einfach gestrickt: Seit dem Unfall in Tschernobyl steht Pripyat, die Stadt ganz in der Nähe von Reaktor 4, leer. Und eigentlich wollten die Protagonisten ja nur nach Moskau reisen, allerdings macht Paul, Chris' Bruder, den Reisenden einen Strich durch die Rechnung. Extremtourismus: Es soll nach Pripyat gehen. Was als aufregender Ausflug beginnt, endet im Chaos: Erst rennt ein Bär quer durch das Haus, in dem sich die Gruppe befindet, dann funktionert das Auto nicht mehr und die Hunde drehen nachts plötzlich durch, attackieren das funktionsunfähige Auto. Und nicht nur das – etwas oder jemand scheint die Katastrophe überlebt zu haben und begibt sich auf die Jagd. Und an dem Ansatzpunkt hätte man so viel mehr draus machen können.

Erster Minuspunkt: Das hier ist kein Found Footage, die Kamera suggeriert es aber zu 90% des Films. Es wackelt und ruckelt, man erkennt oft nichts als finstere Nacht, nein danke, so macht das keinen Spaß. Das hier ist einfach nur hektisch und hätte vielleicht bei einem Found Footage Sinn gemacht. Aber hier?

Zweiter Minuspunkt: Die Geschichte wird nicht konsequent genug entwickelt. Man bekommt gegen Ende zwar einen schleierhaften Hinweis auf eine angebliche Regierungsverschwörung, bekommt ansonsten aber leider keine Hinweise über die Menschen, die in Pripyat zurückblieben. Oder wieder herzogen? Man weiß es nicht.

Dritter Minuspunkt: Ich finde es okay, wenn der Fantasie genug Spielraum gelassen wird, wenn man nicht wirklich weiß, was da im Schatten lauert, aber ich hätte dann doch gern wenigstens ein paar mal die „Monstrositäten“ in Nahaufnahme gesehen. Das ist bei Chernobyl Diaries nicht der Fall: Entweder verhindert es die extreme Wackelkamera oder man erkennt die Hinterbliebenen nur schleierhaft aus der Ferne. Am Schluss bekommt man sie dann doch kurz zu Gesicht – meiner Meinung nach zu wenig.

Und sonst? Die Atmosphäre ist doch recht beklemmend, die verlassene Stadt, die düstere Stimmung, das ergibt alles in allem ein rundes Bild. Nur leider reicht das alleine nicht, um einen Film sehenswert zu machen.

Fazit

Ich fasse mich in dieser Rezension relativ kurz: Dieser Film ist nicht wirklich spannend, die Geschichte entwickelt sich nur träge und bleibt hinter der Erwartungshaltung deutlich zurück. Die Wackelkamera vermiest einem das Seherlebnis und dass man die Menschen der Geisterstadt nicht wirklich zu Gesicht bekommt, das frustriert doch sehr. Der ein oder andere Spannungsmoment ist sicherlich vorhanden und die Atmosphäre sorgt für einen wohligen Schauer, für einen Filmabend also sicherlich geeignet. Ein zweites mal werde ich mir Cherobyl Diaries jedoch nicht ansehen. Von mir gibt es daher:

5/10

Keine Empfehlung, aber auch kein Rohrkrepierer. In diesem Sinne!

Sonntag, 21. April 2013

Die Jagd Review



Die Kraft des Kinos

Viele gute Filme laufen meistens unter dem Radar der Öffentlichkeit. Während in den Kinos oft nur Blockbuster und einheimische Filme zu Sehen sind, läuft so manche andere Perle in kleineren Filmhäusern. Da dieser Film schon im Trailer bei mir große Neugierde hervorrief, war ein Warten auf die DVD nicht möglich. So musste ich dann doch die Regel brechen keine Kinofilme zu reviewen um Filmfans auf dieses Schmuckstück aufmerksam zu machen. Das Glück war mir auf meiner Seite, den gemeinsam mit einer Leserin durfte ich diesen Streifen in einem kleiner Programm Kino schauen. Desweiteren handelt es sich bei diesem Streifen um ein weiteres Werk von Thomas Vinterberg. Dieser hat die Rolle des Regisseurs, des Drehbuchautors und des Producers übernommen und dank dem Dogma Streifen "Das Fest" einen sehr guten Ruf in der Filmwelt. Warum es sich bei diesem Film um einen der besten Vertreter des Jahres 2013 handelt, und dieser zeigt warum skandinavisches Kino erstklassig sein kann, lest ihr jetzt.

Story

Der 40- jährige Lucas (Mads Mikkelsen) hat eine Trennung mit seiner Frau hinter sich. Nachdem er auch noch seinen Job als Lehrer verliert bekommt er dank seiner Freunde eine Stelle als Kindergärtner in einer dänischen Kleinstadt. Dort scheint er seine Ruhe gefunden zu haben und auch seine Beziehung zu dem eigenen Sohn wird besser. Als jedoch der Verdacht kommt er hätte die kleine Tochter Klara (Annika Wedderkopp) seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larson) angefasst, sieht es sich bald einer Jagd des gesamten Dorfes gegenüber.

Kritik

Die Story des Films widmet sich einem sehr heiklem Thema des Kindesmissbrauches durch einen männlichen Erzieher. Jedoch nicht aus der Sicht des Opfers, sondern des Täters. Dessen Unschuld ist dem Zuschauer jedoch von Anfang an klar. Der Fokus des Streifens zeigt wie sich in dessen Umfeld alles verändert. Eine kleine Lüge löst in diesem Fall eine Lawine aus. Aus Freunden, die sich seit 20 Jahren kennen werden Feinde welche nicht vor körperlicher Gewalt zurückschrecken. Die Erwachsenen der Gesellschaft sind nicht fähig zu handeln sondern entwickeln sich zu einem gefährlichen Mob, welcher auch für Lucas Familie gefährlich wird. Bis zum Ende schafft es der Film sein Niveau aufrecht zu erhalten. So ist das Ende in seiner Art und Weise doch verdammt treffend und passend gewählt. Ich möchte nicht zu viel zu diesem Film schreiben. Den er umreißt gewichtige und schwer verdauliche Themen. Und dennoch schafft es der Streifen immer an bestimmten Punkten zu berühren und trägt mit ruhiger Bildsprache und Musik dazu bei knapp 2h gebannt vor dem Bildschirm zu sitzen. Szenen wie die Kirchenszene an Heiligabend bleiben noch lange im Gedächtnis.

Der Film scheint bei seinen ganzen positiven Punkten perfekt zu sein? Nein, nicht ganz. Es gäbe da tatsächlich kleinere Punkte die es zu bemängeln gilt. Zum einen fehlt mir persöhnlich Einblick in die Gerichtsverfahren. Man erfährt von diesen nur Versatzstücke, sieht aber nichts. Und zum anderen handeln die Menschen alle extrem. Da wäre die Figur der Kindergärtnerin Grethe zu nennen. Sie lässt keinen Dialog mit Lucas zu, handelt zwar schnell, was bei so einer Tat richtig wäre, schürrt aber zusätzlich Panik. Auch die Hinführung zum Ende hin ist sehr abrupt und schnell gegangen.

Fazit

Das sind jedoch nur Kleinigkeiten. Bei die Jagd handelt es sich um einen der besten Filme des Jahres. Das kann ich zumindest jetzt schon sagen. Spätestens bei DVD Release sollte jeder Leser und Filmfan zugreifen. Der Film hat ein ungwöhnliches schweres Thema, ein gutes Drehbuch, tolle Schauspieler/innen, guten Soundtrack, ein tolles Ende und Erinnerungswürdige Szenen. Das reicht ganz locker zu einer

9/10 (Kinowertung)

Bei DVD Ansicht kann man das gerne auf 10/10 korrigieren, da man bei mehrmaligen Sehen sicher stärker auf Details achten wird.

Samstag, 20. April 2013

Ein exzellenter Tipp

Bill und Ted, ein exzellenter Film, unumstritten einer der exzellentesten Filme aller Zeiten, und das sage ich im vollen Ernst. Grund genug, den Jungs von Naggeria zu danken, dass sie, amüsant wie immer, das Gameboy-Spiel des gleichnamigen Klassikers unter die Lupe genommen haben. Ich bin zwar ein bisschen weiter gekommen wie die zwei pälzer Game-Freaks, allerdings habe ich dieses Game nie bis zu Ende gezockt - es ist einfach knallhart.

Das neue Let's-Play hat mir mal wieder ordentlich Lust auf den Film gemacht - vielleicht sehe ich ihn ja bei der nächsten Filmbörse im Mai? Bis dahin: Das Naggeria-Video und den Trailer zu dieser klassischen Perle seht ihr im Anhang. Viel Spaß damit, euer Outlaw.





Dienstag, 2. April 2013

Review: 96 Hours/Taken



Review: 96 Hours (engl. Titel = Taken)

Wie an Feiertagen üblich will das Fernsehen einige tolle Filme präsentieren um zumindest in diesem Zeitraum größere Blockbuster und themenspezifische Streifen  bieten. Doch wenn man genauer hinsieht merkt man erst wie generisch und absehbar das oftmals ist. Da gibt es zum einen die für einen Oscar nominierten Filme wie 127 Hours, die Blockbuster wie Harry Potter, die Glatze von Bruce Willis, Animationsfilme, den typischen Hollywood Actionfilm, Til Schweiger Huldigungen, Weltuntergangsszenarios und die Verfilmung der Bibel um etwas religiöses zu bieten. Im Prinzip fast eins zu eins auf andere Feiertage übertragbar. Doch am Karfreitag hat sich ein Film ins Programm geschlichen welcher doch als Geheimtipp zumindest für die Filmkunst aus Frankreich gilt. Die Rede ist von Taken, oder wie liebevoll umbenannt 96 Hours. Natürlich rümpft man bei dem Namen des Produzenten Luc Besson die Nase und fragt sich wie man noch von einem "Geheimtipp" sprechen kann. Dieser Streifen ragt dann doch aus der Masse seiner Filme der letzten Jahre heraus und stellt sich als einer der meiner Meinung nach besten Vertreter des Rache und Actiongenres heraus.

Story

Im Mittelpunkt steht der ehemalige Haupakteur Bryan Mills (Liam Neeson). Dieser willigt um bei seiner Tochter Kim (Maggie Grace) und seiner Exfrau Lenor (Famke Jannsen) Pluspunkte zu sammeln eine Reise mit ihrer Freundin zusammen nach Paris ein. Als diese jedoch entführt wird, tut er alles um seine Tochter aus den Klauen eines albanischen Mädchenhändlerrings zu befreien.

Kritik

Das ist das zusammendfassend dieses gesamte Storykorsett. Der Film macht schon relativ zu Anfang klar, dass er nichts anderes sein möchte als ein Unterhaltungswerk. Der weitere Verlauf der Geschichte dient nur noch zur Überleitung der nächsten Actionsequenz. Hierfür Liam Neeson zu verpflichten war ein absoluter Glücksgriff. Der Schauspieler schafft es den paranoiden, berufserfahrenen und zu allem entschlossenen Vater / Spezialagenten überzeugend auf die Leinwand zu übertragen. Vor allem aber alle über  die gesamte Laufzeit großzügigen verstreuten Verfolgungsjagden, Kampfszenen und Schießereien meistert dieser Mann absolut hervorragend. Man möchte fast sagen sensationell für einen Schauspieler, welcher vorher eher als Charakterdarsteller bekannt wurde und somit komplett gegen das eigene Image agiert. Hätte man einen Akteur des B- Kinos oder einen Actionheld verpflichtet wurde diese Emotionalität und Dichte möglicherweise auf der Strecke bleiben. Auch wenn diese Rolle wie jede andere auch stark überzogen ist. Mills wirkt dabei teilweise wie das Böse, unfehlbare Ich von Jason Bourne. Im Gegensatz zu ihm sind die Rollen der Frauen sehr klischeehaft und einfach schlecht geschrieben. Maggie Grace spielt eine verzogene, unreife 17 Jährige Tochter die zu Anfang sehr nervt und es nicht schafft beim Zuschauer Sympathie aufzubauen. Bei der Ehefrau Lenor ist es ein ähnliches Bild. Sie auf die Rolle der nicht zu ertragenen Ex festgesetzt. Das ist bedauerlich. Mit besserem Figurendarstellungen und vor allem Dialogen hätte man durchaus den Zuschauer noch mehr mireißen können. Das hätte der kurzweiligen Länge des Filmes keinen Abruch getan. Um vor allem die männlichen Zuschauer etwas zu beruhigen hat man die Ex Popsängerin Holly Valance engagiert die als Popsternchen mit ihrem schönen Aussehen in den Bann zieht, aber ebenfalls nicht mehr als ein Abziehbild ist. Andere Figuren wie Kumpels aus den Special Forces und der aktuelle Mann der Exfrau haben keine besondere Rolle welche in Erinnerung bleibt.
Die Bösewichter und die Stadt Paris werden noch schablonenhafter dargestellt. Wenn der Film nicht aus den USA kommen  kommen würde, wäre man  als Kritiker durchaus geneigt das Adjektiv rassisstisch in den Mund zu nehmen. Bei einer französischen Produktion wirkt das doch etwas seltsam. Im Grunde genommen zeigt der Streifen zwei Aussagen besonders deutlich. Frankreich ist ein Paradies für Verbrechen und Korruption. Zweitens sind laut Drehbuch so ziemlich alle jungen wie alten Albaner Drogendealer, Mädchenhändler und Zuhälter.
Das zieht sich wie ein Leitfaden durch den ganzen Film und verleiht einen negativen Nachgeschmack.

Fazit

Der Streifen eine Actionperle des Jahres 2008 gewesen. Die kompromisslose und schnörkellose Art wünscht man sich doch in mehr Filmen. Wer auf Old School Filme steht und auf Spezialeffekte verzichten kann fühlt sich sofort wohl. Negativ ist die profillose und stereotype Darstellung der weiblichen Rollen sowie eine sehr rassisstische Darstellung albanischer Bürger zu nennen
Deswegen reicht das hier genrebedingt zu einer dennoch insgesamt starken

8/10

Anmerkung zur Deutschen Fassung: Zur großen Überraschung ist diese mit einer FSK 16 versehen uncut und relativ günstig ab 05 Euro zu erstehen. Das ist verwunderlich, da Filme aus dem B- Sektor mit dieser Thematik und ähnlichem Härtegrad oft mit einer FSK 18 oder härter geprüft werden.